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Marketing

Customer Journey für KMU: Warum viele ihre Kunden auf halbem Weg verlieren

Früher hieß die Customer Journey für KMU einfach Kundenreise. Der Begriff war herrlich unspektakulär und deshalb verstand ihn jeder sofort. Heute wird die Customer Journey für KMU in vielen Präsentationen, die ich mir in meinen 30 Jahren Agentur-Erfahrung angeschaut habe, oft zu einer hochkomplexen Grafik mit sieben Phasen, drei fiktiven Buyer Personas und einem verwirrenden Doppelpfeil zurück zur sogenannten Awareness-Stage aufgebläht.

Die Grafik hängt dann stolz an der Wand im Konferenzraum. Aber die eigentliche Frage dahinter ist, wie kommt ein potenzieller Kunde vom Status „hat noch nie von unserem Unternehmen gehört“ bis zum Punkt „unterschreibt den Auftrag“. Das bleibt in den meisten Betrieben völlig unbeantwortet.

Das hat handfeste Folgen. Und sie sind in der Regel deutlich teurer, als die meisten Geschäftsführer ahnen. (Das habe ich mir damals in den Meetings schon manchmal so gedacht 😜).

Der kritische Moment in der Customer Journey für KMU, an dem Kunden verloren gehen

Stellen Sie sich einen konkreten Fall vor: Ein Einkaufsleiter bei einem mittelständischen Zulieferer, beispielsweise hier bei uns im Münsterland, sucht einen neuen Logistik-Dienstleister. Sein aktuelles Problem, zu unzuverlässige Transportzeiten, kostet ihn intern in der Produktion Nerven und extern massiv Vertrauen bei seinen eigenen Kunden.

Dieser Einkäufer beginnt nicht direkt mit einer konkreten Preisanfrage. Er beginnt mit einer groben Suche. Er nutzt Google, schaut auf LinkedIn oder durchforstet vielleicht ein spezielles Branchenportal. Er liest, schaut sich um, vergleicht Anbieter aus der Region. Er will erst einmal verstehen, welche Speditionen sein spezifisches Problem wirklich kennen, lange bevor er wertvolle Zeit in ein erstes Telefonat oder ein Gespräch am runden Tisch investiert.

Warum die Website oft das Ende der Customer Journey für KMU ist

Was findet unser Einkaufsleiter nun, wenn er auf die Website eines typischen mittelständischen Logistikdienstleisters klickt? Meistens sieht er Folgendes: detaillierte Produktdatenblätter, umfassende Flottenübersichten, einen großen Slider mit Hochglanz-Fotos von sauberen LKWs auf der Startseite und ganz oben rechts eine lieblos platzierte „Kontaktieren Sie uns“-Seite.

Das sind alles Inhalte für jemanden, der bereits zu hundert Prozent kaufbereit ist. Für jemanden, der gerade erst sein Problem erkannt hat, den Markt sondiert und Orientierung sucht, ist das absolut gar nichts. Er fühlt sich nicht abgeholt und geht schlichtweg weiter zur Konkurrenz. Genau hier reißt der Faden ab.

Typische Denkfehler: Woran die Customer Journey für KMU meistens scheitert

Die Website erklärt das eigene Produkt bis ins kleinste Detail, aber nicht, für welches konkrete Problem beim Kunden es eigentlich die Lösung darstellt. Die Beiträge auf LinkedIn zeigen voller Stolz, was das Unternehmen alles tut und leistet – aber sie ignorieren völlig, was den Zielkunden in seinem Arbeitsalltag gerade wirklich beschäftigt. Die gesamte externe Kommunikation richtet sich fast ausschließlich an jemanden, der sich schon fast entschieden hat – und übersieht dabei all diejenigen, die noch auf der Suche nach Antworten sind.

Und genau an diesem Punkt wird es strategisch interessant: Im regionalen B2B-Umfeld ist die Konkurrenz um diese frühe, orientierende Phase erstaunlich gering. Die meisten Ihrer Mitbewerber kommunizieren ausschließlich für die finale Kaufentscheidung. Wer als Anbieter früher ansetzt und den Kunden schon bei der Problemrecherche abholt, fällt auf. Nicht durch laute Werbesprüche, sondern durch echte Relevanz und Expertenstatus.

Eine pragmatische Customer Journey für KMU entwickeln

Die Ursache für diese Lücke sitzt meistens nicht in einem fehlenden Willen der Geschäftsführung. Sie liegt in einem blinden Fleck, der im klassischen Mittelstand strukturell extrem verbreitet ist: Bei der strategischen Customer Journey für KMU denkt das Marketing oft zu sehr aus dem eigenen Produkt heraus, statt aus der konkreten Situation des Kunden.

Das ist durchaus verständlich. Wer sein Produkt oder seine Dienstleistung extrem gut kennt, möchte sie erklären. Wer stolz auf seine handwerkliche oder technische Leistung ist, zeigt sie gerne her. Der Gedanke, dass ein potenzieller Auftraggeber in einer frühen Phase noch gar nicht genau weiß, dass er ein handfestes Problem hat, oder dass er es zwar spürt, aber noch keine professionelle Sprache dafür gefunden hat, liegt da oft weit weg. Doch exakt in dieser Lücke liegt Ihre größte Chance zur Neukundengewinnung.

Erste Schritte zur Optimierung Ihrer Customer Journey für KMU

Was bedeutet das nun konkret für Ihren Betriebsalltag? Die Lösung braucht in der Regel keine riesige, teure Werbekampagne. Sie braucht vielmehr einen klaren, ehrlichen Blick darauf, welche Fragen Ihre Zielgruppe tatsächlich stellt, bevor sie überhaupt den Hörer in die Hand nimmt und ob Ihre aktuelle Kommunikation diese Fragen überhaupt beantwortet.

Das kann ein fundierter Blogartikel sein, der ein häufiges Missverständnis in Ihrer speziellen Branche aufklärt. Das kann ein gut gemachter LinkedIn-Post sein, der ein drängendes Problem präzise benennt, das Ihr Zielkunde für sich selbst noch gar nicht richtig in Worte gefasst hat. Oder ein ausführlicher FAQ-Bereich auf Ihrer Website, der sofort signalisiert: Hier weiß jemand aus Erfahrung, womit wir als Kunden wirklich täglich kämpfen.

Das alles setzt kein großes Agentur-Budget voraus. Es setzt lediglich voraus, dass jemand mit dem nötigen Außenblick die richtigen Fragen stellt: Wo stehen Ihre Interessenten heute gerade und welche Informationen brauchen sie als logischen nächsten Schritt?

Wenn Sie wissen möchten, an welcher Stelle Ihre Customer Journey für KMU im Moment noch wertvolle potenzielle Kunden verliert, dann ist das genau die Art von pragmatischer Analyse, mit der ich als Marketingberater in unsere Zusammenarbeit starte. Ein erstes, unverbindliches Gespräch reicht meistens schon völlig aus, um den einen entscheidenden Punkt zu finden, an dem wir ansetzen müssen.

Tags Marketing
Prompt-Versprechen auf LinkedIn: Vorsicht und was KMU daraus lernen können

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