Es gibt Unternehmen, die ein LLM im Marketing einsetzen und trotzdem nach sechs Monaten keine einzige qualifizierte Anfrage mehr bekommen als vorher. Der Frust ist dann groß, die neue Technik wird oft vorschnell als Hype abgetan. Ich sehe das gerade extrem häufig bei Geschäftsführern in B2B-KMU, die das Thema intern einfach delegieren: an die Assistenz, an den Azubi, oder an denjenigen, „der gerade etwas Zeit hat“. Der Impuls dahinter ist betriebswirtschaftlich absolut verständlich. Schließlich verspricht die Software eine enorme Arbeitserleichterung. Das Ergebnis ist am Ende jedoch meistens exakt dasselbe: viel Text-Output, null messbare Wirkung.
Warum scheitert der Versuch, ein LLM im Marketing als smarte Abkürzung zu nutzen, so oft in der Praxis? Die naheliegende Erklärung lautet dann schnell: schlechte Prompts, das falsche KI-Modell ausgewählt, zu wenig Einarbeitung. Aber das greift zu kurz. Die eigentliche Ursache liegt tiefer.
Das eigentliche Problem beim Einsatz von einem LLM im Marketing
Ein LLM – also ein Large Language Model wie ChatGPT, Perplexity oder Claude produziert Texte, die sprachlich völlig korrekt und fehlerfrei klingen. Genau das ist sein Job und das macht es hervorragend. Was es aber nicht von alleine kennt: den spezifischen Ton, der bei einem Produktionsleiter hier im Münsterland echtes Vertrauen aufbaut.
Es kennt nicht den subtilen Unterschied zwischen einer Botschaft, die intern in der Kantine überzeugend klingt und einer, die draußen beim Kunden auch wirklich ankommt. Und vor allem kennt es nicht die Frage, was der Einkaufsleiter eigentlich denkt und befürchtet, lange bevor er überhaupt eine erste Anfrage an Sie stellt. Das ist keine technische Schwäche, die ein LLM im Marketing per se nutzlos macht oder die mit dem nächsten Spezial-Prompt auf magische Weise verschwindet. Es ist eine strukturelle Eigenschaft des Werkzeugs. Es besitzt schlichtweg kein gewachsenes Branchenwissen und keine Menschenkenntnis.
Ein Beispiel aus der Praxis, bewusst etwas vereinfacht: Derselbe Prompt, eingegeben für einen Intralogistik-Betrieb aus Borken und für einen IT-Dienstleister aus Münster, liefert Texte, die am Ende kaum voneinander zu unterscheiden sind. Beide loben ausführlich ihre „maßgeschneiderten Lösungen“. Beide betonen ihre „hohe Kundenorientierung“. Beide laden freundlich zum Gespräch ein. Das Problem: Keiner der Texte gibt einem erfahrenen Entscheider auch nur einen einzigen handfesten Grund, weiterzulesen.
Woran man erkennt, dass Ihr LLM im Marketing noch nicht funktioniert
Es sind in der Regel keine offensichtlichen, groben Fehler, die solche Texte entlarven. Es ist etwas Subtileres, das potenziellen Kunden sofort negativ auffällt:
Der Text klingt absolut korrekt, aber er klingt nach niemandem. Es fehlt ein erkennbarer Ton, es fehlt eine echte Haltung, es fehlt die eigene Stimme Ihres Unternehmens. Die Zielgruppe ist immer zu allgemein gehalten. Da steht eben nicht: Welcher Mensch, in welcher ganz spezifischen Situation, mit welchem konkreten Problem liest das gerade? Es gibt meistens niemanden im Unternehmen, der den Output wirklich fachlich beurteilt. Niemanden, der sich die Zeit nimmt und sagt: „Das klingt jetzt wirklich nach uns“ oder „Vorsicht, das klingt nach typischem KI-Geschwätz“. Es ist „lieblos“ und man spürt, das ist so „nebenbei“ gemacht. (Zu „Marketing nebenbei“ habe ich auch einen Beitrag geschrieben)
Und genau hier wird es interessant: Der dritte Punkt ist der entscheidende. Nicht etwa, weil er am schwersten zu lösen wäre. Sondern weil er am häufigsten übersprungen wird, sobald jemand ein LLM im Marketing bedient. Man verlässt sich dann einfach blind auf die Maschine.
Das Fundament für den erfolgreichen Einsatz von einem LLM im Marketing
Ein LLM ist immer nur exakt so gut wie der Kontext, den es von Ihnen bekommt und wie gut jemand das Ergebnis anschließend strategisch einordnen kann. Wer ein solches Werkzeug führt, ohne das handwerkliche Fundament der Kommunikation zu beherrschen, produziert einfach nur schneller. Aber er produziert am Ende eben schneller das Falsche.
Das bedeutet keineswegs, dass ein LLM im Marketing für mittelständische Unternehmen ohne eigene Marketing-Abteilung ungeeignet wäre. Ganz im Gegenteil, die Chancen zur Zeitersparnis sind riesig. Aber es bedeutet, dass dieser Einsatz ein sauberes Fundament braucht, das die meisten Unternehmen im Vorfeld noch nicht explizit gelegt haben. Dieses Fundament ist glücklicherweise in den meisten Fällen in einer Stunde skizzierbar. Nicht mit einem endlosen Strategie-Dokument, sondern mit den richtigen, harten Fragen zu Ihren Kunden und Ihrem Angebot.
Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr LLM im Marketing aktuell noch an Ton, Zielgruppe oder Positionierung scheitert: Schreiben Sie mir. Ich schaue es mir an, ganz pragmatisch, ohne verstecktes Beratungspaket, ohne Folgeverkauf. Ein unverstellter Blick von außen reicht oft schon aus, um den Fehler zu finden.



